dritter-diversitaetsbericht-php3.11.2016 Frauen in fiktionaler deutscher TV- und Kino-Regie immer noch weit unterrepräsentiert

Sowohl im Fernseh- wie auch im Kinobereich ist der Beschäftigungsanteil von Regisseurinnen noch immer gering, stellt der 3. Regie-Diversitätsbericht des Bundesverbandes Regie e.V. aktuell für das Jahr 2015 fest. Damit zementiert sich im sechsten Jahr der Analyse das Bild eines vor allem von Männern geprägten Berufsstandes, obwohl an den staatlichen Filmhochschulen seit den 1990er Jahren mehr als 40 % Frauen ausgebildet werden.

In den öffentlich-rechtlichen Produktionen der ARD inszenierten Frauen im Sendejahr 2015 nur 15% der gesamten fiktionalen Primetime-Produktionen. Beim ZDF inszenierten im Sendejahr 2015 12 % Frauen TV-Filme für die Primetime.

Vor allem der Krimibereich scheint in der ARD wie auch im ZDF eine gläserne Glocke weibliche Regie abzuschirmen. In Formaten wie Polizeiruf 110 oder dem 20:15 Uhr-Krimiabend am Freitag im ZDF liegt der Frauenanteil noch immer bei 0 %. Auch bei Formaten wie dem HERZKINO am Sonntagabend im ZDF oder dem Unterhaltungsfilm im Ersten prägen zu ca. 85% männliche Regisseure die frauenaffinen Produktionen.

Bei den privaten Sendern sieht es im TV-Movie-Bereich nicht viel besser aus. Hier führten – allerdings bei sehr niedrigen Produktionsziffern – keine Frauen Regie. In den Serien von RTL und Vox findet man mit ca. 30 % allerdings einen höheren Frauenanteil in der Regie als bei ARD und ZDF, dies aber ebenfalls bei geringeren Produktionszahlen.

Beim fiktionalen Kinofilm sank der Anteil an Filmen von Regisseurinnen im Kinojahr 2015 auf 16 %. Vor allem im mittleren Budget bis zu 5 Mio. EUR gab es einen leichten Rückgang.

Die geringe Beteiligung von Regisseurinnen in der stark subventionierten deutschen Kinofilmproduktion macht insofern nachdenklich, da die Regie in Filmen wie Serien gesellschaftliche Rollenbilder mit prägt und damit auch gerade dem jugendlichen Publikum wenig Diversität bietet.

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