Neben einer Vielzahl von wirtschaftlich gewichtigen Funktionen – wie der Entwicklung, Finanzierung, dem Packaging bis hin zum Vertrieb von Filmprojekten –, die Festivals seit einiger Zeit weit über die Präsentation, Promotion und PR von Filmen und Kreativen einnehmen, haben sie sich im Verbund längst zu einem eigenständigen Auswertungsfenster entwickelt. Dies während  die Auswertungsstufe Kino für einen wachsenden Teil der alljährlichen Produktionen ihre wirtschaftliche Relevanz einbüßt. Eine Entwicklung, die bereits Mitte der 90er Jahre durch eine Untersuchung des European Audiovisual Observatory für den Europäischen Raum festgestellt wurde.

Zwischenzeitlich setzt sich mehr und mehr die Annahme durch, dass sich mittelfristig „Filmfestivals neben dem Internet zur wichtigsten öffentlichen Plattform für Filme entwickeln, also die traditionelle Funktion von Kino und Fernsehen übernehmen“ (Lars Henrik Gass, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen). Damit verbunden sind zahlreiche Chancen und neuen Möglichkeiten. Voraussetzung hierfür ist es, den Markt und seine Akteur zu kennen, um die Wirkungs- und Leistungspotentiale von Festivals zu bestimmen und nutzbar zu machen.

Diese Einschätzungen spiegeln sich auch in unseren seit dem Jahr 2012 durchgeführten Marktananlysen wieder. Hierin zeigt sich eine kontinuierlich wachsende deutsche Filmfestivallandschaft, die sich gleichzeitig zu einem äußerst dynamischen filmwirtschaftlich relevanten Markt entwickelt hat. Waren im Jahr 2013 noch ca. 350 Filmfestivals zu identifiezieren, so präsentieren sich Ende 2016 bereits knapp 400 quer über Deutschland verteilt.