Kamerafrau_Ausgabe 10 2015

Sechs von vielen hervorragenden Kamerafrauen in Deutschland. Birgit Gudjonsdottir, Sonja Rom, Daniela Knapp, (1.R.v.l.n.r.) Eva Katharina Bühler, Anne Misselwitz, Lotta Kilian (2.R.v.l.n.r.) Foto: Sabine Felber

Kamera Minority Report 2009 bis 2013 (Sonderausgabe Film & TV: Kamerafrau)

Nachdem zwischenzeitlich sowohl auf nationaler (BVR_Zweiter Diversitätsbericht_2014), als auch auf internationaler Ebene (Directors UK calls for 50_50 male-female) diverse Untersuchungen die Gender-Unausgewogenheit im Bereich der RegisseurInnen sowie AutorInnen und SchauspielerInnen bestätigt haben, bleiben Departments mit einer technischeren Ausrichtung von diesem Erkenntnisinteresse noch weitgehend unberührt. Dies verwundert, wird doch in anderen  wirtschaftlichen Zusammenhängen förmlich um Frauen in den so genannten MINT-Fächern mit höchsten Anstrengungen geworben. Selbstverständlich geht dies maßgeblich auf den hohen Bedarf an IngeneurInnen zurück, während im Gegensatz dazu, der Beschäftigungsmarkt für Kamerafrauen/-männer längst gesättigt ist und der harte Wettbewerb um attraktive, reputationswürdige Filmprojekte Frauen – vor allem neuen Talenten – den Zugang weitgehend verwehrt.

Umso erfreulicher, dass Evelyn Voigt-Müller, langjährige Chefredakteurin von Film & TV: Kameramann mit dem Kamera Minority Report den Kamerafrauen eine Plattform gab, um die Zugangshürden wie -chancen zum Traumberuf darzustellen sowie Hindernisse und Vorurteile im beruflichen Alltag bis hin zu ihren Karriereverläufen klar zu schildern (Ausgabe 10/2015).

„Dass es nicht gerade 50 Prozent sind, war zu erwarten. Aber dass nur zwölf Prozent aller deutschen Kinofilme der Jahre 2009 bis 2013 von Kamerafrauen gemacht wurden, ist schon erschreckend. Und wer jetzt glaubt, das sei ein Problem im Kamera-Depart ment, dem sei gesagt, dass sich das Bild auch in anderen künstlerischen Medienberufen ganz ähnlich darstellt … Viel Karriere-Monokultur – zu viel!
Evelyn Voigt-Müller